Folge 07: Kultur an besonderen Orten

Shownotes

Konzerte in Schlössern, Theater unter freiem Himmel, Musik in Kirchen, Parks oder historischen Innenhöfen – der Kultursommer Nordhessen bringt Kultur seit Jahrzehnten an ganz besondere Orte in der Region.

In dieser Folge von Kassel Kunst Klang sprechen wir mit Maren Matthes, die den Kultursommer Nordhessen über viele Jahre als Intendantin geprägt hat. Ein Gespräch über kulturelle Visionen, besondere Momente hinter den Kulissen und darüber, warum Kultur Menschen gerade an ungewöhnlichen Orten oft besonders berührt.

Außerdem geht es um die Zukunft des Festivals: Nach 27 Jahren übergibt Maren Matthes 2026 also den Staffelstab an Insa Pijanka, die nun die Leitung des Kultursommers Nordhessen übernimmt.

Eine Folge über Leidenschaft für Kultur, regionale Identität und die Magie besonderer Sommerabende.

Transkript anzeigen

00:00:03: Kassels

00:00:03: Kunstklang.

00:00:06: Es gibt Veranstaltungen, die sind mehr als einfach nur ein Konzert oder ein Theaterabend.

00:00:10: Die schaffen Erinnerungen an Sommernächte in besonderer Orte und an

00:00:14: dieses Gefühl

00:00:15: für ein paar Stunden komplett im Moment zu sein.

00:00:18: In dieser Folge von Kassel-Kunstklang geht es genau darum um den Kultursommer Nordhessen.

00:00:24: Seit vielen Jahren bringt das Festival Musik, Theater und Kultur auch an ganz außergewöhnliche Orte in der Region und geprägt wurde dieser Kultursommer vor allem auch von einer Frau Marin Mattes.

00:00:35: mit ihr spreche ich über die Idee hinter dem Festival, über besondere Begegnungen und darüber worum Kultur gerade außerhalb klassischer Bühnen manchmal ihre größte Kraft entfaltet.

00:00:46: Ja nach siebenundzwanzig Jahren übergibt Marin Mattes den Staffelstab an Insa Pianka Die künft sich die Leitung des Kultursommers Nordhessen übernimmt.

00:00:54: Und wir schauen jetzt aber noch mal zurück auf die Jahre, die Marin Mattis erlebt

00:00:58: hat.

00:01:03: eine Audio-Reise, die die schönsten Kulturspots der Stadt Kassel erklingen lässt.

00:01:09: Jeden Monat erzählen wir die Geschichten hinter den Kulturstätten unserer Stadt

00:01:14: und jetzt öffnen wir die Türen zu einem neuen Kapitel der Kunst in Kassl!

00:01:24: mit Marin Mattes über Gestern heute Morgen, über Konzerte, Ideen, Wetterdrahmen, musikalische Gänsehautmomente.

00:01:31: Durchhalten manchmal auch und über die Frage wie klingt eigentlich der perfekte Sommer?

00:01:37: Erst mal herzlich willkommen bei unserem Podcast!

00:01:39: Danke schön!

00:01:41: Liebe Marin, achtundzwanzig Jahre Kultursommer, da fragt man sich ist das immer noch Beruf oder längst eigentlich

00:01:46: Berufung?!

00:01:48: Das ist Berufung und das ist vor allen Dingen Leben, weil so richtig rauskommt man aus dem Job gar nicht mehr.

00:01:52: Im Winter ein bisschen mehr als im Sommer aber im Sommer ist alles eins.

00:01:56: Wie sieht denn der ganz normale Wahnsinn bei dir aus?

00:02:00: Der ganz normale Wahnsinn heißt dass man morgens um neun oder vielleicht auch um zehn ins Büro geht und nachts um eins oder zwei nach Hause kommt wenn man von der Veranstaltung gekommen ist.

00:02:08: Das bedeutet einfach ganz viele Organisationen viel zuhören Umherreisen, viel fühlen ist es alles richtig.

00:02:17: Viel einrichten und immer wieder die nächste Veranstaltung im Blick zu haben.

00:02:23: Du hast mir im Vorfeld gesagt ohne das Team gingen das so wahrscheinlich auch gar nicht.

00:02:28: Welches Team steckt denn dahinter?

00:02:30: Wir sind zurzeit ein Team von vier Frauen.

00:02:33: Manchmal sind es drei, momentan vier haben noch einige Werkstudentinnen dabei und ein großes Team von Studenten und Studentinnen im Sommer.

00:02:40: aber der Kern das sind vier Frauen die alles vorbereiten die das komplette Marketing machen die sich um die Finanzierung die Abwicklung kümmern um das ganze Büro um die Geschäftsstelle teilweise auch um den Kartenvorverkauf.

00:02:52: Und du hast gesagt ihr habt Kinder großgezogen in diesem Team?

00:02:55: Zwei von uns sind tatsächlich schon achtundzwanzig Jahre dabei.

00:02:57: Und wir haben insgesamt drei Kinder, also ich einen Sohn und meine Kollegin einen Sohnen- und eine Tochter.

00:03:04: Das war dann natürlich so, dass im Sommer manchmal Engpässe da waren.

00:03:07: Dann wurde der Laufstall aufgestellt oder es gab Hausaufgabenbetreuung.

00:03:12: Manchmal war ein Kind krank, das musste auch mit betreut werden.

00:03:16: Irgendwie haben wir das aber ganz gut hingekriegt.

00:03:18: Wenn Not am Mann war, musste mal einer zu Hause arbeiten.

00:03:22: Da war vom Homeoffice noch überhaupt keine Rede!

00:03:24: Nimmst du uns mal mit, achtundzwanzig Jahre drehen wir das Zeitrat jetzt zurück.

00:03:28: Dein

00:03:29: ersten Tag weißt Du das noch?

00:03:31: Ziemlich genau!

00:03:31: Das war sehr, sehr aufregend.

00:03:33: Ich bin reingeschmissen worden in den Kultursommer.

00:03:36: Es war Januar, es war mein erster Tag.

00:03:39: Meine Vorgängerin war gegangen und hatte eine Assistentin da gelassen, die mir im ersten Tag sagte Sie würde jetzt nicht mehr bleiben, sie hätte noch drei Tage.

00:03:48: Dann würde ich sie Urlaub nehmen Und hiermit hätte ich die Kündigung.

00:03:52: Ich hatte eine Kollegin, die über halbtags da und überhaupt kein Programm.

00:03:57: Die Gelder waren zum Teil nicht beantragt worden.

00:03:59: es war nichts vororganisiert aber es sollte dann im Mai irgendwie losgehen.

00:04:03: das war schon ziemlich aufregend.

00:04:05: Und wie hast du diese Challenge denn bewältigt?

00:04:07: Wie kann ich mir das vorstellen?

00:04:08: was gehört alles zu so einer Planung?

00:04:10: mittlerweile weißt Du das ja nach achtundzwanzig Mal.

00:04:12: Dann dazu im Vorfeld!

00:04:14: Ich hatte ja einige Erfahrungen als Kulturmanagerin beim hessischen Rundfunk und bei den Kasseler Musiktagen.

00:04:19: also habe ich erst mal alle künstler angerufen die ich kannte und habe sie gefragt, ob sie bei mir spielen würden.

00:04:24: Und die meisten haben auch tatsächlich zugesagt.

00:04:26: Dann hatte ich eine große Rundreise in den verschiedenen Landkreisen, wo mir die Kulturbeauftragten gezeigt haben, wo man spielen kann.

00:04:34: Ich hab also Steinbrüche kennengelernt, Kulturschäunen, Kirchen natürlich, Kloster-Innenhöfe ... Viele Kooperationspartner, also Kulturvereine, die vor Ort waren, die gesagt haben wir würden gerne das der Kultursommer kommt.

00:04:47: Und aus dieser Gemängelage, also Künstler und Orte habe ich dann ein Programm zusammengestellt.

00:04:52: Irgendwie noch versucht Geld zusammenzukriegen.

00:04:54: Ich glaube das erste Programm, das waren so sechzig oder siebzig Veranstaltungen tatsächlich.

00:05:00: Das ist ja wirklich auch so Hüfte angekommen, oder?

00:05:03: Also wie viel Zeit hattest du?

00:05:04: drei Monate?

00:05:06: Drei Monate genau!

00:05:07: Also drei Monate und dann musste natürlich auch noch das Heft gedruckt sein und verteilt sein Und wir hatten damals noch kein Internet-gestütztes Ticketsystem.

00:05:16: Das heißt, es wurden tatsächlich auch so Hardtickets verteilt an verschiedenen Stellen die dann da abgeholt und verkauft werden konnten.

00:05:25: Ich glaube sogar mit den E-Mails war das schwierig.

00:05:27: Also es waren, ja, ein Jahr neunundneinzig.

00:05:31: Vieles war technisch tatsächlich noch im Argen.

00:05:33: Woran merkst du denn persönlich?

00:05:35: Jetzt beginnt der Kultursommer!

00:05:36: Dass ich Albträume davon habe, dass es durchregnet oder ich versucht habe irgendetwas zu organisieren.

00:05:41: Oder vergessen habe irgend etwas zu organisiert was ganz wichtig war.

00:05:46: Also dann merkt man der Kultur-Sommer fängt jetzt an und das begleitet mich tatsächlich jedes Jahr vor der Eröffnung.

00:05:52: Das ist wie früher in der Schule oder wo man diese Träume hatte vom ersten Schulter?

00:05:56: Nein, es ist tatsächlich so.

00:05:57: Manchmal wache ich morgens auf und lache und denke das kann doch nicht sein!

00:06:00: So langsam müsstest du da doch drüber stehen.

00:06:03: aber mit so ein bisschen Lampenfieber unter Aufregung arbeitet sich auch tatsächlich genauer und wenn man ganz cool ist dann macht man viel eher Fehler als wenn man so ein bißchen auf Habachtstellung ist und denkt hast Du wirklich an alles gedacht?

00:06:17: musst Du noch irgendetwas kontrollieren?

00:06:19: für die Veranstaltung?

00:06:19: ist es sinnvoller?

00:06:21: Wir sind ja im Gestern gerade und machen so eine kleine Rückschau, wir schon ist in deinen Rückspiegel sozusagen auf deiner Zeitachse.

00:06:28: Was ist denn mal passiert?

00:06:29: oder sind denn überhaupt mal irgendwelche Sachen passiert wo du dir gedacht hast oh Gott jetzt kriege ich aber heiße Ohren es hätte nicht sein dürfen?

00:06:36: Ja zum Beispiel rief mich irgendwann der Klaviertransporteur an und sagte wir stecken jetzt hier ein Treppenhaus fest und das geht nicht vor und zurück.

00:06:45: Der Flügel passt hier nicht durch die Tür und ich hatte abends ein ausverkauftes Konzert und wusste erst mal nicht, was ich tun sollte.

00:06:52: Und am Wochenende einen kleineren Flügel zu bekommen und den noch nach Bad Kazhaven zu transportieren – das war tatsächlich eine große Aufgabe!

00:06:59: Ich habe es dann irgendwie auch geschafft, die Musikakademie hat mir ein Flüge zur Verfügung gestellt.

00:07:03: in den Sommerferien kamen da noch jemand und schloss auf und der Pianist war nicht so richtig begeistert weil der Flüggel schon sehr klein war, er sagte aber Wenn ich das nicht kann, dann bin ich kein ordentlicher Pianist.

00:07:16: Ich muss auch mit diesem Instrument umgehen können und am Ende war es wirklich ein tolles

00:07:19: Konzert.".

00:07:19: Aber es sah zwischendurch so aus als müsste ich's absagen.

00:07:23: Eine andere Geschichte ist eine Veranstaltung von Ben Becker an der hier in der Reiteile zu Gast war und Balladen rezitieren sollte und wollte.

00:07:34: Mir wurde gesagt, der Mann ist ganz, ganz schwierig.

00:07:36: Da musst du wirklich aufpassen da kann sonst irgendwas passieren.

00:07:39: also bin ich die ganze Probe dabei gewesen und war ganz erleichtert weil alle waren gelassen.

00:07:43: alles war gut.

00:07:44: dann komme ich nach Hause und fünf Minuten später klingelt das Telefon und mein Techniker ist am Apparat und sagt Ben Becker möchte ein Pferd haben.

00:07:53: Wozu möchtet er einen Pferdd haben?

00:07:55: Ja das ist eine Reithalle und ben becker möchte auf dem Pferrd einreiten.

00:07:59: Woher soll ich den jetzt einen Pferd kriegen?

00:08:01: Auch sagte, das habe ich schon gemacht.

00:08:02: Hier ist ein Pferde hat in einer Musical-Produktion mitgewirkt.

00:08:06: Das können wir haben.

00:08:08: Dann hab' ich mich noch so n bisschen rumgestritten Mit dem Manager wär des Pferds nun bezahlt.

00:08:12: Dann hab', ich meinen Versicherungsagenten angerufen Und hab gefragt sind wir gegen Pferden im Publikum versichert?

00:08:18: Das hatte der Spinstuch Und hab' Ich lange mit ihm rum diskutiert und hab gesagt Wenn du mir das nicht versicherst, muss ich es absagen.

00:08:24: Sag da nie mach ich, ich versichere dass.

00:08:27: Niemlich gesagt kann ich das auch schriftlich haben und sagt, der muss das sein.

00:08:31: Er sagte, ich schicke jetzt eine Mail raus aber wenn nichts passiert ist die Mail bitte löschen

00:08:36: hinterher.".

00:08:37: Ich habe sie dann auch löschnen können.

00:08:38: Benbecker kam auf einem Pferd in diese Reiteile geritten mitten zwischen dem Publikum durch.

00:08:44: Ich hab halben Ängste ausgestanden vor allem wenn ich dieses Riesen-Hufe des Pferdes gesehen habe und die Damen in High Hills, die da gewesen sind Ging er auf die Bühne, rutschte ihn nicht ganz elegant runter und es begann einen granioser Abend.

00:08:59: Der sollte ursprünglich seventy-fünf Minuten dauern.

00:09:02: Er hat dreieinhalb Stunden gedauert... ...und hinterher im Hotel hat der noch weiter Programm gemacht.

00:09:09: Also das war sehr lustig aber auch sehr aufregend!

00:09:12: Das können wir vorstellen.

00:09:12: Achtundzwanzig Jahre, da passiert ja auch wahnsinnig viel.

00:09:16: Du hast es schon über Challenges geredet, wir haben im Vorfeld auch mal darüber gesprochen als die Pandemie ja wirklich viel Islam gelegt hatte.

00:09:26: Auch dass man gerade mit Konzerten neu denken musste.

00:09:32: Da ist bei euch glaube ich ganz viel passiert auch im Team an neuen Ideen.

00:09:36: Das ganze viel passiert.

00:09:37: zu Beginn war das so, dass ich es nicht so richtig ernst genommen habe.

00:09:40: Es war Herr Mitte März Und wir wollten Ende Mai, glaub ich, anfangen.

00:09:44: Dann hab' ich gesagt okay das stehen wir jetzt durch und hab mein Programm heftig verteilt und hab gedacht es wird schon wieder weggehen in zwei drei Wochen.

00:09:51: aber wie so viele habe ich mich natürlich auch getäuscht?

00:09:54: Als uns die Dimension dessen klar wurde was da auf uns zukommt.

00:09:58: zu einigermaßen haben wir Beratschlag was tun wir?

00:10:01: und ich hatte Dann vor mir auf dem Schreibtisch rechts den Antrag auf ein hundert Prozent Kurzarbeit und links einen Konzept, wie wir es machen könnten.

00:10:10: Und dann haben wir beraten und haben im Team ... Da hat auch mein Team wirklich gesagt Wir können nicht einfach zu Hause gehen das kommt überhaupt nicht in Frage!

00:10:17: Wir müssen hier irgendetwas machen.

00:10:19: Und da haben wir gemacht.

00:10:20: Und zwar als erstes Festival in Deutschland haben wir aufgemacht und haben veranstaltet nur oben eher je nach der Lage also was man durfte.

00:10:29: Je nach Verordnung haben wir mit fünfzig oder hundert im Personenpublikum gerechnet.

00:10:34: Wir haben gesagt, jeder bringt seinen Stuhl selber mit damit wir nichts desinfizieren mussten.

00:10:39: und wir haben zwei Veranstaltungen hintereinander gemacht eine Stunde lang ohne Pause Mit den entsprechenden Eingangssituationen Und wir hatten so kleine Fußballhütchen.

00:10:49: fürs Fußballtraining wird das benutzt.

00:10:50: die haben wir immer auf dem Rasen gelegt in Abständen und jeder durfte sich dann ein Hütchen suchen wo er sein Stuhll draufstellt damit die Leute nicht zunah beieinander saßen.

00:11:00: Dazu hatten wir ne kleine Picnic Bühne Beethovens komplette Streichquartette, oben eher gespielt.

00:11:06: Zum Teil neben Fußball-Trainingslagern – das war da nicht so ideal aber im Wald auf dem Wiesen, auf Schulhöfen.

00:11:14: Die Leute waren dankbar.

00:11:15: die Künstler waren noch viel dankbarer denn viele hatten seit Wochen, seit Monaten nicht mehr gespielt als sie bei uns waren.

00:11:23: also es war wirklich ... Es war schön muss man sagen und wir hatten ganz kleine Teams wer mit unseren Familien zum teil auch gearbeitet die sich möglichst auch nicht begegnet sind.

00:11:33: Damit wir in die Verlegenheit kommen, dass jemand wirklich krank wird und tatsächlich ist in dieser Saison auch nichts passiert oder rund um den Kultursommer ist nichts passiert.

00:11:41: Und dazu hatten wir auch grandiose Kurveranstalter.

00:11:43: Ich weiß das wir einmal in einer Kirche waren.

00:11:46: Wir hatten ein Open Air-Konzert zwölf Grad Niesel und wir mussten mit diesem Konzert reingehen, sonst hätte es ausfallen müssen.

00:11:53: Es waren Holzbläser und sie sind nicht ganz so wetterfest wie Blechbläse.

00:11:58: Also haben wir gesagt, wir gehen in eine Kirche Und um da reinzugehen, hätten wir uns jetzt aber die Impfpässe aller vorzeigen lassen müssen.

00:12:05: Dass sie eben diese Impfnachweise und das hatten wir im Vorfeld nicht kommuniziert also wussten wird es wird nicht funktionieren.

00:12:12: Dann habe ich mich erkundigt und hab festgestellt wenn wir eine Andacht machen dann brauchen wir keine Impfpäße.

00:12:18: und dann habe Ich einen Pfarrer angerufen und hab ihn gefragt ob er nicht aus diesem Konzert eine kleine andacht machen könnte.

00:12:25: Das war richtig schön.

00:12:26: Er hat am Anfang begrüßt, diese Kirche gewürdigt und er hat uns eingestimmt.

00:12:32: Am Ende gab es einen Segen und das war so dass ich wirklich hinterher gedacht habe warum machen wir das nicht immer so?

00:12:38: Sag mal, hat der Job dich so gemacht, dass du dann so erfinderisch wurdest?

00:12:43: oder legtest doch in deiner Natur dieses spontane schnell alles anders machen muss man ja auch können.

00:12:49: Ich glaube, das war schon immer so.

00:12:50: Ich wollte schon immer organisieren und ich wollte auch immer... vielleicht wollte ich auch immer bestimmen was getan wird?

00:12:56: Vielleicht liegt es daran!

00:12:58: Und meine Jobwünsche waren, so als ich sechzehn-sehntin war entweder Hoteldirektoren oder in den diplomatischen Dienst- oder Kulturmanagern.

00:13:08: Für Kulturmanagement gab es aber damals noch keine Ausbildung.

00:13:11: deswegen habe ich dann Musikwissenschaft studiert.

00:13:14: Da schau her, was alles mal rauskommt für solche Gesprächen.

00:13:18: Jetzt haben wir über kuriose Momente geredet, umplanungen.

00:13:22: Über die Pandemie schon... Es gab ja sicher auch manchmal Konzepte oder Ideen, die du vielleicht gemacht hast oder ihr im Team gemocht habt aber gar nicht umgesetzt habt.

00:13:32: Gibt es da was?

00:13:33: Wo du sagst das liegt eigentlich in der Schublade würde ich doch gerne mal raus tun, aber haben wir noch gar nichts!

00:13:38: Da gibt's das eine oder andere ist aber nichts richtig spektakuläres dabei.

00:13:41: Wir wollten zum Beispiel immer einmal eine Serie machen mit Konzerten auf Land Gütern Aber immer ist uns irgendwie was dazwischen gekommen.

00:13:49: Dann waren dann so zwei Landgüter dabei, aber der Rest fehl ins Wasser.

00:13:52: also wir haben es nie tatsächlich thematisiert.

00:13:54: Wir haben in der Tat zu Beginn des Kultursommers jede Saison unter ein bestimmtes Motto gestellt Das war mal Frankreich Mal war es Wasser, mal war es eine Farbe Haben dann aber festgestellt dass das sehr wirkungsvoll ist für die Presse wenn man so ne Presseerklärung raus gibt Aber dass es am Inhalt eigentlich nichts ändert und das ist auch am Besuch nichts änderte.

00:14:13: Und, dass aufs Ganze gesehenes Publikum nicht interessiert ist an einem Thema was sich über Achtzigneunzig Veranstaltungen zieht.

00:14:20: Gibt es denn so besondere Herzensmomente die sich bei dir unter die Haut eingebrannt haben?

00:14:26: Wir haben vorhin darüber gesprochen.

00:14:27: sie sind fast dreitausend Veranstaltung ordentlich.

00:14:32: ich kann mir vorstellen dass es da auch Anrührende Momente gab sicherlich

00:14:36: Sehr sehr anruhende Momente.

00:14:38: wir haben zum Beispiel eine Reihe mit großen Jungzynfonieorchestern und zu Beginn dieser Reihe haben wir die in einer Scheune spielen lassen, richtig auf dem Lande.

00:14:49: Das war eine irrsinnige logistische Aufgabe weil es gab tatsächlich nur diese Scheune also vier Wände und ein Dach.

00:14:55: das heißt wir haben Wohnmobile und Wohnwagen uns Helter aufgestellt um überhaupt die Künstler dass sie sich umziehen konnten, dass sie zwischendurch rausgehen konnten während des Konzerts vor der Bauern nebenan Gülle.

00:15:08: Es war sehr, sehr aufregend und als ich in einem dieser ersten Konzerte saß und dieses Orchester mit einhundert Mann auf der Bühne hatte, da ist es mir wirklich warm um's Herz gewonnen.

00:15:18: Dass ich so was machen kann, dass wir sowas auch in Nordhessen präsentieren können und das es funktioniert und dass dieser wunderbare Klang ... Es war Richard Strauß damals, der gespielt wurde.

00:15:28: Das hier über die Felder schallt, das ist wahnsinnig!

00:15:31: Und es ist bei mir immer wieder, das ist die Klassik.

00:15:33: Es ist besonders die Kammermusik, die ich mag und es sind die Akapella Konzerte.

00:15:38: Alles andere ist natürlich auch toll aber da sind so meine ... Das ist meine Herzensmusik auch.

00:15:43: Und hast du auch Herzensortes?

00:15:44: Hast du die Scheunen erwähnt?

00:15:46: Gibt's auch so Herzensorte, Locations von Kultursommer wo du sagst, dass is schon ganz außergewöhnlich oder kriegt man noch Gänsehaut?

00:15:55: Diese Gänselhautmomente finden eigentlich fast überall aber nie berechenbar statt Weil es immer eine Kombination ist aus wunderschönen Orten und davon haben wir wirklich ganz, ganz viele.

00:16:06: Aber dazu muss dann das Wetter kommen, dazu muss die richtige Sonne, dass richtige Licht kommt, dazu mußt die Stimmung kommen, dass alle pünktlich da ist, dass der Katerer den Weinkühl gehalten hat, dass die Musiker gut gelaunt sind.

00:16:18: Und dann rieselt es wirklich über den Rücken, muss man sagen.

00:16:22: Aber es muss immer zusammenkommen.

00:16:25: Sag mal, achtundzwanzig Jahre?

00:16:27: Das ist ja ein ganzes Berufsleben schon.

00:16:29: Da kriegst du natürlich auch ganz viel Musikgeschichte, also das von der Klassik gesprochen aber ja auch Geschichte in der Gesellschaft mit.

00:16:37: Wie hat sich denn der Kultursommer vielleicht verändert durch die Zeit in diesen achtundzwanzig Jahren?

00:16:43: Wo du sagst Mensch, dass wir vor sechs und zwanzig Jahre gemacht haben, das könnten wir heute vielleicht gar nicht mehr machen oder ist sich das immer treu geblieben?

00:16:50: Ich denke, die Inhalte sind sich tatsächlich treu geblieben.

00:16:52: Was sich sehr verändert hat, sind die technischen Ansprüche und die Marketingansprüche.

00:16:57: Wir sind früher zu Konzerten gefahren mit zwei Leuten in einem PKW Und da waren dann vier Notenstände drin und vielleicht mal zwei Scheinwerfer und ein kleines Fähnchen.

00:17:05: Das war es Wenn ich mir anschaue wie viel Equipment heute meine Techniker kommen natürlich auch wenn Bescheid wird also Streichquartett in der Kirche geht anders als Fritzler vor dem Dom wo in diesem Jahr zum Beispiel die Söhne Mannheims spielen.

00:17:19: Aber dieses Groß-Equipment, das haben wir früher überhaupt nicht gehabt.

00:17:23: Und Presse hieß, dass wir die hiesige Zeitung informierten und Pressemitteilungen rausgaben und dass wir Plakate klebten.

00:17:31: Wir redeten natürlich nicht von Social Media und wir haben auch nicht von Newslettern geredet oder in der Weise plakatiert oder Interviews gegebenen.

00:17:40: Das hat sich wirklich wahnsinnig geändert!

00:17:42: Wenn ich auf die Programme schaue, die wir Anfang der Jahrzehnte gemacht haben Es sind viele Dinge, die sich durchgezogen haben.

00:17:50: Wir sind ein bisschen poppiger geworden und unterhaltsamer als am Anfang.

00:17:54: Wir haben vielleicht auch ganz am Anfang in der ersten Planung noch mehr regionale Künstler dabei gehabt als jetzt aber sie spielen immer noch eine große Rolle.

00:18:05: Macht doch mal jetzt auch bei uns ein bisschen Werbung für den Kultursummer.

00:18:09: Was erlebt man alles?

00:18:10: Allein im Jahr zwölfundzwanzig ja vielleicht schon, dass jemand der den Kultur-Summer noch nie so erlebt hat oder gar keine Ahnung hat, so ein paar Bilder in den Kopf bekommt.

00:18:20: Vielleicht muss man dazu erstmal zur Eröffnung gehen.

00:18:22: Die Eröffnungen ist im Schlosspark Wilhelmstal.

00:18:25: Das ist eine grandiose zauberhafte Rokoko-Kulisse eines der schönsten Rokokoschlösser Deutschlands.

00:18:31: Und in diesem Park haben wir ganz, ganz viele Bühnen aufgebaut und es sind Musiker da, Junge, Löhre, Artisten, Zauberer, Akrobatten.

00:18:40: Alles was man sich vorstellen kann!

00:18:41: Man bringt seinen Piknikorb mit oder kann sogar den Piknikorp auch bei uns vorher vorbestellen wenn man zu Hause keinen Kartoffelsalat vorbereiten möchte.

00:18:49: Dann kann man den ganzen Tag sitzen oder planieren und schauen und staunen oder auch mitmachen.

00:18:55: das geht von zwölf bis siebzehn Uhr.

00:18:58: Und das ist eine Veranstaltung, wo so ein Querschnitt des Kultursommers eigentlich gezeigt wird.

00:19:03: Es ist sehr familiär und nicht anstrengend.

00:19:06: Wenn man keine Lust mehr hat auf diese Bühne, dann geht man einfach zur nächsten oder macht ne kleine Pause und trinkt ein Gläschen... ...und es soll gar nicht anstreckend sein!

00:19:17: Die Orte, die wir haben sind keine Kulturtempel.

00:19:20: Es sind spannende Orte und Orte wo sonst was ganz anderes stattfindet.

00:19:24: Wir haben zum Beispiel auch schon in einer Wurstekammer eine Lesung abgehalten.

00:19:29: Wir sind natürlich klassisch im Kirchen- und auf Schlosshöfen oder mal einfach am Flussufer.

00:19:35: Wir hatten Konzerte mitten im Wald auf Waldlichtungen unterbuchen, wo wir dann einen Flügel hinstellen.

00:19:41: Wir habe Sonnenaufgangskonzerte morgens.

00:19:44: Zwischen fünf und sechs, wann eben die Sonne aufgeht.

00:19:48: Mal mit einer sehr ruhigen Musik aber mal auch richtig was zum Wachwerden von Klassik bis Folg.

00:19:54: Also es sind Eindrücke, die man sonst nicht bekommt.

00:19:56: Man erlebt viel Kultur Vielleicht auch sonst sich so gar nicht anhören würde.

00:20:02: Und vor allen Dingen erlebt man Landschaft, Landschaft Nordhessische Landschaft.

00:20:06: Es ist ja wirklich märchenhaft bei

00:20:07: uns.

00:20:08: Wir sind in der Grimmheimat Nordhessen.

00:20:10: Das heißt da wo man im Prinzip Rumpelstielchen um die Ecke erwartet und einen Turm sieht und denkt ach das war damit Rapunzel oder ein Schloss mit Rosen bewachsen, wo man ganz klar kennt Tavatonröschen am Werk.

00:20:24: Es hast du schon die Sonnenaufgangskonzerte zum Beispiel erwähnt.

00:20:28: Das ist ja etwas ganz Besonderes, wo doch die Leute dann

00:20:31: auch

00:20:32: von diesem Ort sicher ganz magisch wieder gehen oder?

00:20:36: Dieser Ort ist der Hohedürnberg und er hat tatsächlich auch was Magisches.

00:20:40: also das ist ein.

00:20:42: ich glaube manche Menschen reden davon von starken Orten und es geht zum Beispiel die Sage dass Früher die Kinder, die Keuchhusten gehabt haben über Nacht auf diesen Berg gebracht wurden und am nächsten Tag geheilt wieder runtergeholt worden.

00:20:55: Also es ist ein wirklich magischer Ort!

00:20:58: Und die Menschen, die zu diesen Sonnenaufgangskonzerten kommen zum Teil machen sie die Nacht durch und wandern hoch.

00:21:04: Zum Teil stehen Sie sehr früh auf.

00:21:06: Sie kommen mit Schlafsäcken, sie kommen mit Picnic-Decken, sie kommt mit Klappstühlen, sie komme mit heißem Kaffee oder auch mit einem Glassekt Und erwarten ein Konzert und sind verzaubert.

00:21:18: Hast du denn das Gefühl, es gibt Formate?

00:21:20: Da weißt du ganz genau, dass trifft die Leute mitten ins Herz!

00:21:23: Und da könnt ihr euch schon schälmisch freuen im Hintergrund dem Team weil ihr wisst, dass jetzt etwas ganz besonderes wird.

00:21:28: oder ist es immer

00:21:29: neu?!

00:21:30: Es gibt Orte, von denen wissen wir ganz genau das funktioniert.

00:21:34: Also wenn ich ein Ensemble an zwei Orten habe und der eine heißt Scheune am Fluss und der andere heißt Stadthalle dann weiß sich Scheune Am Fluss ist sofort ausverkauft und das gleiche Programm in der Starthalle.

00:21:44: da muss ich richtig dran arbeiten um die Tickets wegzukriegen.

00:21:47: also das ist sein Punkt.

00:21:49: Die Formate die gut laufen sind zum Beispiel a cappella.

00:21:51: Das ist was die Leute auch auch von uns erwarten dass wir wirklich viel und hochqualitativ anbieten Und zu jedem Format gibt es im Prinzip eine Gruppe von Publikum, die das mitnimmt.

00:22:02: Es gibt selten Menschen, die wirklich zu allen kommen aber wir haben Fanclubs zu allen möglichen Reihen zu orten.

00:22:09: wo mich hat gerade heute jemand angesprochen und gesagt du machst in Kaufungen ein Konzert da gehe ich hin ist völlig egal was da läuft.

00:22:16: oder ich habe zum Beispiel auch eine wunderschöne Kirche ganz kleine Kirche in Gelsa Und eines Tages stand Herr von Gilsa vor meinem Schreibtisch und sagte, dass ich da bitte ein Konzert veranstalten möge.

00:22:28: Und dann sagte ich warum?

00:22:29: Wieso?

00:22:30: Das ist da weil Ich dafür sorge das die Kirche voll wird!

00:22:33: Das ist zwanzig Jahre her und ich habe in zwanziger Jahren immer eine ausverkaufte Kirche gehabt.

00:22:38: Es ist egal was ich mache.

00:22:40: Die Leute kommen aus Gilser, kommen dahin, kommen Dahin weil es ihr Ort ist.

00:22:45: Ich habe aber auch Kirchen oder andere Orte.

00:22:47: Da ist aus dem Ort selber überhaupt niemand.

00:22:49: Da kommen alle von außerhalb.

00:22:51: Wie regelfestzustellen ist schwierig?

00:22:53: Es ist ein bisschen wie mit der Werbung.

00:22:56: Fünfzig Prozent funktionieren, fünfzig nicht.

00:22:58: Man weiß aber nicht genau welche fünfzig Prozent es sind.

00:23:01: Auf was freust du dich denn den Zweitausendfünfundzwanzig ganz besonders?

00:23:04: Ich freue mich natürlich immer über die Veranstaltung von denen ich weiß diesen vorher schon ausverkauft und diesen relativ stressfrei.

00:23:11: ums jetzt mal so als Arbeiterin, als Kulturarbeiterin zu sagen Inhaltlich freue ich mich auf die Kingsingers zum Beispiel, inhaltlich freu ich mich auch die großen Jugendsinfonieorchester und auf drei Veranstaltungen in Fritzler vor dem Dom.

00:23:27: Das ist tatsächlich eine ganz besondere Festivalatmosphäre.

00:23:30: da haben wir seit mehr als dreißig Jahren immer das erste lange Wochenende im August nur für drei bis vier Veranstaltungen anbieten, ganz verschieden.

00:23:38: Mal klassisch, mal unterhaltsam, mal poppig, mal ein bisschen experimentell und das ist immer eine tolle Atmosphäre.

00:23:44: also da haben wir von dreißig Grad im Schatten bis völlig nass geregnet auch schon alles gehabt.

00:23:50: Und dass es einen Beweis auch für die Entwicklung des Publikums, den wir haben.

00:23:55: als wir begonnen haben war es undenkbar, dass man bei Nieselsregen ein Konzert gibt.

00:23:59: heute ist es völlig normal.

00:24:01: Die Devise heißt der Künstler muss trocken sein Und die Technik muss trocken sein.

00:24:05: Das Publikum kriegt Regencapes und mein Publikuum hat wirklich in Wetterlagen schon ausgehaart, wo ich gestaunt habe.

00:24:12: wenn es ihn gefällt dann gefällt's ihn auch und dann bleiben sie bis zum Schluss.

00:24:16: Apropos Feedback oder was hast du für schönes Feedback sammeln dürfen?

00:24:20: In diesen achtundzwanzig Jahren mit deinem Team gemeinsam natürlich immer

00:24:24: Ganz viel Dankbarkeit.

00:24:25: also viele Menschen die kommen und sagen das ist so schön dass Du hier in dieser Region solche Künstler einlädst solche Orte entdeckst.

00:24:33: Es gibt Menschen, die sagen wir fahren jetzt im Sommer nicht mehr in Urlaub.

00:24:37: Sondern wir machen den Urlaub hier und gehen zum Kultursommer, die wirklich auch reichlich Tickets bei mir kaufen.

00:24:42: Ich habe viel Stammpublikum über das ich mich freue und insgesamt ist das Feedback positiv.

00:24:49: Das muss ich sagen sonst würden wir auch nicht so lange schon veranstalten können Und wir leben natürlich auch von positiven Feedback unserer Sponsoren.

00:24:57: Wir sind öffentlich gefördert zu einem Drittel.

00:24:59: ein Drittel müssen wir selber einspielen mit dem Verkauf von Tickets Und ein Drittel sind Spenden und Sponsoring.

00:25:05: Wenn wir da kein positives Feedback haben, dann bleibt das Geld auch aus.

00:25:09: Ich freue mich, dass wir in diesem Jahr wieder das zusammenbekommen haben was wir benötigen.

00:25:14: Gibt es denn nach diesen achtundzwanzig Jahren Kultur-Sommern so viele Sommer noch Orte wo du sagst, da würde ich aber schon noch gern etwas veranstalten?

00:25:23: Das habe ich nur nicht geschafft.

00:25:25: Ganz viele!

00:25:26: Es ist ganz erstaunlich.

00:25:27: Eigentlich ruft mich jedes Jahr irgendjemand an und sagt, kennst Du eigentlich die Scheune da und da Oder bist du schon mal in der Burg Sohn zu gewesen?

00:25:34: Manches stellt sich dann als logistisch schwierig raus, wo wir sagen da haben wir keine Parkplätze.

00:25:38: Die Anfahrt ist schwierig gar nicht behindertengerecht.

00:25:42: aber manchmal staunt man auch, wo man hin gerät und manches ist auch dann neu vielleicht wieder neu eröffnet.

00:25:49: also Nordhessen ist sehr vielfältig und es gibt bestimmt ganz viele Orte an denen ich noch nicht gewesen bin.

00:25:56: Und es hast du schon vorhin gesagt, das Publikum hat sich ein bisschen verändert.

00:25:58: Also dass die Baniseregen trotzdem sitzen bleiben was früher vielleicht nicht so der Standard gewesen ist?

00:26:04: Was glaubst du denn warum das so ist und hat sich dann auch vielleicht dieses Live-Erlebnis noch mal ein bisschen intensiviert?

00:26:11: Auf jeden Fall!

00:26:12: Also das Draußen erleben Sie.

00:26:14: ich glaube da spielen tatsächlich zwei Dinge eine Rolle dafür, dass Publikums heute regenfester ist.

00:26:20: Das erste ist das Rauchverbot in Kneipen Wo plötzlich vor den Restaurants und vor den Gasthäusern draußen Tische installiert waren, im Zweifelsfall mit warme Lampe wo man draußen saß.

00:26:31: Und dann kam Corona.

00:26:32: Und Corona während der Zeit ist ja alles hat ja alles draußen stattgefunden.

00:26:36: Da haben die Menschen auch nochmal geübt dass man durchaus länger draußen durchhalten kann wenn man sich eine dicke Jacke anzieht.

00:26:43: Das ist für die Oben-Ehrkonzerte tatsächlich sehr gut!

00:26:45: Jetzt

00:26:46: haben wir über die Locations gesprochen, aber noch nicht wirklich übersämtliche Künstler oder Künstlerinnen.

00:26:51: Wie werden denn die ausgewählt?

00:26:55: Das ist ganz verschieden.

00:26:57: Zum einen haben wir natürlich in den langen Jahren ganz viele Agenturen, die mit uns zusammenarbeiten und es ist auch wichtig, Agenturen zu haben weil um Künstlern muss man sich kümmern Ist nicht gut für Künstler, wenn sie sich selber um ihre Auftrittsmöglichkeiten bemühen müssen.

00:27:10: Wenn Sie selbst um Honorare streiten müssen, wenn man diskutieren muss bleibt es sich eine oder zwei Nächte.

00:27:17: Das heißt dafür sind die Agenturen da und auch gut.

00:27:20: Es gibt viele Agenturen, die wissen auf was sie uns ansprechen können.

00:27:24: Ganz viel kommt über Agenturen!

00:27:26: Ich zahle keine wahnsinnig hohen Honorare, das können wir auch gar nicht.

00:27:31: Wir liegen mit unserem Publikum im Schnitt bei zweihundertsechzig Personen.

00:27:35: Sie haben eine Veranstaltung und da kommen auch mal dreitausend hin.

00:27:38: aber tatsächlich gibt es auch Veranstaltungen, da kommen dreißig vierzig fünfzig zum Beispiel auch zu den Waldkonzerten.

00:27:43: Da können wir gar nicht mehr gebrauchen.

00:27:45: Das heißt aber dass die Einnahmesituation natürlich für eine Künstlerhonorierung nicht ideal ist um es mal so auszudrücken.

00:27:53: So rufen uns dann auch durchaus mal Agenturen an und sagen, der spielt Montags in Mecklenburg-Vorpommern.

00:27:59: Und am Mittwoch im Reinger Musikfestival.

00:28:01: Da sind wir doch auf der Durchreise beim Kultursammern Nordhessen.

00:28:05: Das ist zum Beispiel eine Möglichkeit!

00:28:07: Dann bewerben sich viele über Social Media inzwischen auch.

00:28:11: Ich

00:28:11: gucke natürlich viel... ich gucke auch einmal bei der Konkurrenz was da so läuft.

00:28:15: Auch da hat man natürlich schöne Ideen wo man denkt, das könnten wir doch auch mal

00:28:19: machen

00:28:20: Sowohl hier in Deutschland als auch im Ausland.

00:28:22: Wenn ich im Urlaub bin, gucke ich mir immer alle Festivalprogramme an was man da machen kann und dann suche ich manchmal sagen wir mal die ich habe zwei spannende Akkordionisten.

00:28:33: Dann denke ich achta könnte man ja vielleicht eine Reihe draus machen.

00:28:35: das heißt nach dem dritten und vierten Akkordeonisten suche Ich dann Oder wir haben zu irgendeinem Thema plötzlich was, das zusammenpasst.

00:28:42: Ich habe zum Beispiel einmal drei oder vier Konzerte zur Schupperts-Winterreise gemacht.

00:28:47: Eine davon eine türkisch-deutsche Version und es war sehr, sehr spannend!

00:28:51: Es ist eine Gemengelager und es formt sich so ein bisschen... Man muss gucken, was hat man hier?

00:28:57: Was hat man da?

00:28:57: Und wo geben sich die Reihen?

00:29:00: Wo sind die Bögen?

00:29:01: Wo są die Überraschungen?

00:29:03: Und manchmal ist es einfach so, da muss man dann für einen Ort irgendwas finden an dem Wochenende.

00:29:08: Weil ansonsten ist Viehmarkt und Weinfest oder der Bürgermeisterfeiertjubiläum.

00:29:13: Dann muss man am Samstag den Neunzehnten und dann findet man auch

00:29:16: was.

00:29:17: Sag mal wie ist das denn wenn so das letzte Konzert austönt und die letzten Noten gespielt sind?

00:29:23: Du weißt jetzt, ist der diesjährige Kultursommer vorbei macht sich dann ein bisschen Wehmut Breit, oder hat man dann so ein kleines Loch in Desmondfeld?

00:29:33: Oder seid ihr sofort wieder in der nächsten Planung.

00:29:35: Also eigentlich ist es eine große Erleichterung wenn das letzte Konzert bei mir ist es so wenn das Letzte Konzern angefangen hat.

00:29:41: So die letzte Rede gesprochen worden ist und man sitzt da und denkt jetzt ist es durch.

00:29:44: Das ist eine große erleichterungen.

00:29:46: was in der Saison ist lang zweieinhalb drei Monate wo man wirklich immer auf Abachtstellung ist und immer irgendwas passieren kann, doch auch immer was passiert.

00:29:54: Das muss man auch sagen.

00:29:56: Und dann ist man tatsächlich froh, man teilt sich seine Kräfte so ein, dass sie exakt bis zum letzten Tag halten.

00:30:02: So, und dann gibt es eine Woche nichts zu tun aber da ist man schon mittendrin in der nächsten Saison.

00:30:06: also ich plane natürlich jetzt schon für das kommende Jahr oder auch für das ja darauf an das funktioniert es gar nicht mehr.

00:30:13: Das heißt, so ein bisschen ist man immer mittendrin und der Herbst ist für mich immer besonders heiß.

00:30:17: Weil es darum die Finanzierung des kommenden Jahres geht.

00:30:20: Und das ist natürlich sehr spannend weil Es ist leichter noch einen Günstler zu finden als noch ein Sponsor.

00:30:26: Könntest du dir denn ein Leben ohne den Kultursommer überhaupt noch vorstellen?

00:30:30: Absolut Auf jeden Fall könnte ich das.

00:30:34: Also Ich mag diesen Job wirklich Aber natürlich kann ich mir auch ganz viele andere Dinge vorstellen.

00:30:40: Machen.

00:30:40: abschließende Frage Wie sollte man dann sein Kultur-Sommerplanen.

00:30:44: Was würdest du empfehlen, wenn jemand noch nie da war oder es noch nicht erlebt hat?

00:30:48: Was würdest du empfählen und was sollte man sich rauspicken aus dem

00:30:51: Programm?".

00:30:52: Ich würde verschiedene Empfehlungen geben.

00:30:54: Je erster Möglichkeit ist, man schaut einfach wo man wohnt und schlägt einen Bogen von ca.

00:30:59: twenty fünf Kilometer um den eigenen Wohnort und klappert alles ab!

00:31:03: Dann kann man schauen was man musikalisch gerne möchte oder künstlerisch und nimmt jedes klassische Konzert mit... Oder man guckt Wo ist denn ein schönes Restaurant oder ein schönest Hotel?

00:31:16: Und fährt irgendwo hin und übernachtet dann da.

00:31:19: Und klappert einfach mal Nordhessen ab!

00:31:22: Es gibt so viele Möglichkeiten, den Kultursommer Nordhessend zu besuchen.

00:31:26: Ich kann jede Veranstaltung empfehlen.

00:31:28: Das wäre auch schlimm wenn du es nicht könntest.

00:31:32: Hast Du eigentlich Deine Heimat nochmal anders kennengelernt durch diese Arbeit?

00:31:35: Sehr.

00:31:36: Eigentlich ist meine Heimat geworden durch den Kultursommer Nord Hessen nicht.

00:31:40: Ich bin in Wilhelmshaven geboren und habe so richtig norddeutsche Eltern.

00:31:44: Bei uns wurde immer nur der Norddeutscher Rundfunk gehört, lange Zeit hatte ich das Gefühl zufällig in Nordhessen zu sein und wollte auch weg.

00:31:53: Durch diesen Kultursommer Nordhesse habe ich einfach so viel kennengelernt und gesehen.

00:31:57: Und es geht mir jetzt tatsächlich auch so, dass ich aus dem Urlaub oder von einer Reise komme Komm in dieses Mittelgebirge und es wird mir warm ums Herz.

00:32:06: Also, ich mag diese Region unglaublich!

00:32:08: Und ich bin hier zu Hause – Ich bin Nordhessen.

00:32:10: Ja, und ich finde schöner kann man so ein Gespräch ja nicht aufhören wenn man über den Kultursumme in Nordhessens spricht.

00:32:15: Danke Marin.

00:32:16: Gerne

00:32:19: Ein Festival lebt eben von Künstlerinnen und Künstlern, von Ideen und von Orten.

00:32:24: Aber vor allem von Menschen die Kultur eben möglich machen.

00:32:27: Marin Mattes hat den Kultursummer Nordhessen über viele Jahre geprägt mit ihrem Team und hat nun den Staffelstab an Insa Pianka übergeben – besonderer Moment für die Kulturlandschaft in Nordhesse eben!

00:32:40: Ja und genau darum geht es ja auch hier bei Kassel Kunstklang um die Menschen hinter der Kultur.

00:32:45: In der nächsten Folge öffnen wir dann wieder eine ganz besondere Tür und zwar blicken wir hinter die Kulissen der Kunst- und Kultur Szene in Kassel.

00:32:54: Ich freue mich, wenn Sie wieder mit dabei sind!

00:32:58: Kassels

00:32:59: Kunstklang – der Audiorreise,

00:33:02: die die schönsten Kulturspots der Stadt

00:33:04: Kassl erklingen lässt.

00:33:06: Jeden Monat erzählen wir die Geschichten hinter den Kulturstätten unserer Stadt Öffnen wir die Türen zu einem

00:33:14: neuen Kapitel der Kunst in Kassel.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.