Folge 09: Street Art in Kassel - die Public Art Gallery

Shownotes

Wie verändert Kunst eine Stadt?

In dieser Folge von Kassel Kunst Klang spricht Moderatorin Sabrina Gander mit Dustin Schenk, Mitgründer von KolorCubes, über die Idee, Kunst aus Museen hinaus auf die Straßen zu bringen.

Was 2015 mit wenigen Wandgestaltungen im Kasseler Schillerviertel begann, ist heute eine beeindruckende Public Art Gallery mit rund 30 großformatigen Fassadenkunstwerken internationaler Künstlerinnen und Künstler. Gemeinsam sprechen wir über Kreativität, Mut, urbane Räume und darüber, warum Kunst Begegnungen schafft und Städte lebendiger macht.Außerdem erfahren Sie, warum das Schillerviertel heute zu den spannendsten Orten für Urban Art in Deutschland zählt und wie Sie die Kunstwerke mit den kostenfreien Audioguides von izi.TRAVEL auf eigene Faust entdecken können. Lassen Sie sich inspirieren und schauen Sie bei Ihrem nächsten Besuch in Kassel ruhig einmal nach oben.

Transkript anzeigen

00:00:03: Kassels

00:00:03: Kunstklang.

00:00:05: Eine Audiorreise, die die schönsten Kultursorts der Stadt Kassel erklingen lässt.

00:00:11: Jeden Monat erzählen wir die Geschichten hinter den Kulturstätten unserer Stadt und jetzt öffnen wir die Türen zu einem neuen Kapitel

00:00:20: der Kunst in Kassl.

00:00:24: Manchmal braucht es nur einen Blick nach oben auf eine Häuserwand, die plötzlich Geschichten erzählt auf Farben, die aus einem grauen Straßenzug einen Ort voller Leben machen und auf Kunst, die nicht hinter Museumsmauern wartet sondern genau dort stattfindet wo wir jeden Tag unterwegs sind.

00:00:42: Genau das ist die Idee hinter Color Cubes.

00:00:45: Aus einer Vision im Kassler Schillerviertel, ist in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Public Art Gallery entstanden mit großformatigen Fasadenkunstwerken internationaler Künstlerinnen und Künstlern, die das Stadtbild nachhaltig bringen – und zeigen wie Kunstmenschen zusammenbringen kann!

00:01:03: Gemeinsam mit Dustin Schenk spreche ich heute darüber, wie aus einer Idee eine Bewegung wurde.

00:01:08: Warum öffentliche Räume mehr sein können als bloße Durchgangsorte und weshalb echte Kunst manchmal genau dort entsteht, wo niemand sie erwartet?

00:01:17: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge also von Kassel-Kunstklang!

00:01:21: Und jetzt geht's los mit Dustin-Schenk.

00:01:27: Lieber das denn erstmal schön, dass du in diesem Podcast mit dabei bist und uns heute vor allem an einen ganz besonderen Ort mitnimmst.

00:01:33: Also erst mal Hallo wenn wir hier rein starten im Podcast!

00:01:37: Hallo grüß dich!

00:01:38: Vielleicht mag sie kurz beschreiben wo wir hier sind?

00:01:41: Das Setting ist ja kein normales Tonstudio sondern wir schauen tatsächlich wirklich bei euch hinter die Kulissen.

00:01:46: Genau Wir sind hier im Workspace von Color Cubes In der Kreativfabrik Und von hier aus planen wir unsere großen Wandgestaltungen und setzen die um.

00:01:55: Ja Das ist jetzt schon fast ein bisschen untertrieben, weil es sieht ihn nämlich sehr besonders aus.

00:02:00: Es ist eine große Halle!

00:02:01: Weißt du was das früher hier war?

00:02:04: Das ist Industrie und hier waren verschiedene Sachen schon drinne.

00:02:08: Das gehört der Reginer Schulenburg und der ihr Vater hat ja ich glaube irgendwelche Bleche gebogen.

00:02:15: Auf jeden Fall kann man jetzt hier schon ganz viele Kunstwerke von euch erhaschen.

00:02:20: Viele Farben, Spraydosen, Kartons... Schätze sind hier eigentlich um uns herum gerade versammelt.

00:02:27: Vor allen Dingen gibt es hier Werke von Stefan Gebbapp, mein Partner der bewegt sich in einer informellen Kunst ist trotzdem alles Graffiti.

00:02:35: also wir arbeiten hier mit Jugendlichen bis Hochkultur und dementsprechend sind auch die Werke ganz manikfallig.

00:02:44: Das heißt normalerweise ist ihr Hochbetrieb oder wir könnten nicht so ruhig da sitzen auf eine blauen Sofa.

00:02:50: Es ist unterschiedlich.

00:02:51: Wir haben keine festen Abläufe, wir sind Künstler und reagieren dann auf Projekte.

00:02:57: Dann nimm uns noch mal ein bisschen mit in deine Geschichte auch!

00:02:59: Wie kam denn CollarCubes überhaupt zur Stande?

00:03:02: Collar Cubes hat sich vor zehn Jahren ungefähr gegründet und es ging darum dass wir hier im Schillerviertel sind.

00:03:08: das ist so das letzte nicht gentrifizierte Viertel in der Stadt zwischen Hauptbahnhof und Uni Und der Bedarf war da, Bezirk etwas entwickelt.

00:03:19: Wir hatten Glück, es ist Kunstkultur geworden und dementsprechend sind wir heute da wo wir sind.

00:03:24: Du kommst aus Kassel oder?

00:03:26: Ich bin Kasselerner.

00:03:28: Mussten wir gut aussprechen können!

00:03:30: Es gibt Unterschiede.

00:03:31: tatsächlich uns Kasslerner können die Kasselener am besten aussprechen ja.

00:03:35: Glaub ich dir sofort warum legt ihr das dann so am Herzen?

00:03:38: vielleicht deswegen auch weil du von hier kommst.

00:03:41: Ja ich war überall in der Welt auch unterwegs und bin dann irgendwann wieder nach Kasseln zurückgekehrt.

00:03:47: Und Kassel ist eine Stadt, in der man aktiv sein muss.

00:03:50: Wenn wir hier kulturell leben möchten... Es gibt viele Möglichkeiten, das ist schön und dementsprechend habe ich mir gedacht die Stadt ist wandelbar und wir wollen da positiv rein!

00:04:02: Es geht viel um Kunst natürlich hier.

00:04:04: Das ja ganz klar.

00:04:05: vielleicht magst du ein bisschen erläutern wenn man von den Color Cubes noch nie gehört hat was es sich eigentlich handelt und was es beinhaltet.

00:04:14: auch

00:04:15: Also, Color Cubes ist ein internationales Graffiti und Kunstvermittlung.

00:04:19: Es sind Vereine.

00:04:20: Fünfzig Prozent ist tatsächlich die Vermittlung der Arbeiten, die wir hier machen.

00:04:25: Das ist generell so ein Teach One Ding.

00:04:27: Wir kommen aus der Hip-Hop Kultur auf der einen Seite aber Kassel ist auch Weltkunst auf der anderen Seite.

00:04:33: Wir haben eine fette Uni Und mein Partner und ich sind da eine gute Symbiose um flächendeckend Kunst veranstalten zu können.

00:04:41: Wenn Kassl die Stadt ein Kunstwerk wäre Wie würde das aussehen für dich?

00:04:47: Ich denke, es wäre so eine Kollabo aus Gegensetzen.

00:04:50: Ich glaube wir sind hier zwischen Subkultur und Weltkunst mit der Dokumenta zwischen Industrie- und Migration.

00:04:57: also wir stecken hier in ganz vielen verschiedenen Prozessen und es wär wahrscheinlich ne Collage die unter Umständen auch gar kein fertiges Produkt mehr sondern vielleicht ein offenes prozessuales Konzept.

00:05:12: Geht es dir dann so, wenn du von der leeren Hauswand stehst?

00:05:14: Dass du sofort ein Bild im Kopf hast oder dass du denkst, da muss was hin.

00:05:18: Ich denke das ist ein Möglichkeitenraum und oft ergibt es sich durch den Kontext.

00:05:24: also die Frage ist nicht was das für eine Wand sondern die Frage is' Was ist gegenüber von der Wand?

00:05:29: Was ist neben der Wand ?

00:05:31: Was fehlt dem Ort?

00:05:33: Und danach gibt's sich dann so ne Resonanz und aus der arbeiten wir raus.

00:05:38: Aber du würdest schon behaupten, Kunst fehlt eigentlich immer überall oder?

00:05:43: Naja ich denke einfach dass so eine Stadt der unnatürlichste Lebensraum ist, den man so haben kann und dementsprechend die Frage nach einem sinnstiftenden Angebot.

00:05:53: Und da ist Kunst und Kultur natürlich dem Motor.

00:05:58: Ist das so gerade gesagt... Da ist ein Raum, da ist eine Möglichkeit vor allem auch im Kunst die sich darstellen kann, dort auch stattfinden zu lassen.

00:06:10: Wie ist das bei dir denn?

00:06:12: Wann hast du gespürt?

00:06:13: Ich will nicht nur Kunst machen, ich will auch Räume verändern!

00:06:16: Ich denke, dass wir damals als ich angefangen habe Graffiti für mich zu entdecken, es ist drei und dreißig Jahre her, da hab' ich mein erstes Graffiti gesehen und ich glaube so den Stadtraum mitgestalten zu wollen, das haben viele.

00:06:32: In einer Sprühdose bringt man was dem Ort hinzu.

00:06:38: Man bricht den Raum auf der einen Seite auf, man lässt aber auch etwas Positives und Kreatives da.

00:06:43: Es entsteht eine Kommunikation und das ist der große Vorteil an Graffiti in sich.

00:06:48: Ich kann mir vorstellen dass Graffiti aber auch an sich erst mal gelabelt war mit etwas was nicht gleich mit Kunst im Verbindung gebracht wurde oder?

00:06:55: Und dass er es später entstanden ist daraus.

00:06:59: Also als ich angefangen habe Graffiti zu malen gab's keine legalen Flächen.

00:07:02: Das ist so die erste Sache, als wir angefangen haben mit Color Cubes war es auch nicht möglich große Hauswände anzumalen.

00:07:10: Ich glaube das es sich so epochal ergeben hat und dass diese Idee, dass Graffiti die urbane Kunstform an sich ist, hat sich in den letzten vierzig Jahren überhaupt erst rauskristallisiert.

00:07:27: Wie ist es denn wenn ein Mensch zu dir sagt ich bin nicht kreativ?

00:07:29: Glaubst du diesem Menschen das?

00:07:31: Da gibt's das Schöne Sprichwort zu Kreativität ist so das einzige, was sich nicht abnutzt wenn man es benutzt und dass es immer mehr wird.

00:07:39: Und ich glaube einfach, dass es vielen Menschen abhanden gekommen ist und dass wenn man das ein bisschen rauskitzelt, dass das dann auch ganz schnell wieder da ist.

00:07:49: Das ist gerade so beschrieben?

00:07:50: Wenn du durch Kassel läufst oder... Ich habe dir den Eindruck, dass du Mensch bis der Neugierig durchs Leben geht.

00:07:57: Was unterscheidet denn einen Klassischen Künstler von jemandem, der einfach eben nur neugierig durchs Leben geht.

00:08:03: Ich denke das Künstlermandifestieren eigene Gedanken und führen es in so eine persönliche Verantwortung Und die Idee von Individualität und dementsprechend halt auch Gestaltung durch Handeln ist der Beginn von Kunst.

00:08:25: Spannend!

00:08:26: Und woher ziehst du jetzt deine besten Inspirationen?

00:08:29: Also, wenn du irgendwo sitzt an einem Schreibtisch oder wenn du tatsächlich Läufst und Erlebnisse hast, Eindrücke verarbeitest.

00:08:38: Ich denke aus Resonanz an sich ich glaube dass es viel Möglichkeiten gibt und viele Räume gibt in dem Dinge reifen können.

00:08:47: also entweder ist es so das ich mich mit meinem Partner oder mit den PartnerInnen bespreche dass die eine Sache Die besten Ideen kommt dann manchmal, wenn man einfach loslässt und aufhört nach der richtigen Idee zu suchen.

00:09:02: Und dann kommt die zu einem selbst zurück.

00:09:05: Ich kann mir vorstellen, manchmal hat man auch so eine Idee und denkt sich das ist super!

00:09:09: Das fühlt sich ja auch genau richtig an.

00:09:11: und trotzdem zweifelt man da vielleicht manchmal dass es dann tatsächlich funktioniert?

00:09:15: Hat das so was schon mal?

00:09:17: ich glaube, dass es funktioniert ist erst dann klar, wenn's umgesetzt wurde.

00:09:23: Zu so einer Wandgestaltung und solchen Prozessen gehören mehr als die eigene Überzeugung, dass es klappt.

00:09:29: Und dementsprechend reift sowas auch und irgendwann ist es dann da und dann weiß man das hat funktioniert.

00:09:36: Jetzt lass uns doch mal ein bisschen mehr über die Stadt sprechen weil um... Die geht es ja tatsächlich auch in diesem Podcast ganz viel um eben die Kunst hier auch in dieser Stadt.

00:09:45: Warum brauchen denn Städte heute Kunst im öffentlichen Raum?

00:09:49: Was denkst du?

00:09:51: Ich glaube das eine Hochkulturfrage Und ich glaube, Kunst ist sinnstiftend und je mehr so eine urbane Kultur wächst umso mehr stellt sich auch die Frage nach Orten für Begegnung und Selbstfindungen.

00:10:07: Gibt es einen Ort in Kassel den du jetzt sofort verändern würdest wenn du könntest weil er aber noch keine Freifläche vor euch ist?

00:10:14: Ich würde selbst nicht einen Raum aktiv umgestalten wollen.

00:10:19: Ich denke dass solche Räume auf uns zukommen.

00:10:22: Ich glaube einfach, dass ein Raum sich bildet wo dann was verändert werden kann und wir würden den dann positiv mitgestalten.

00:10:32: Das ist eigentlich so der Weg von Color Cubes.

00:10:36: Wie kommen denn jetzt die Flächen oder Projekte zu euch?

00:10:41: Das ist unterschiedlich.

00:10:42: manchmal gefällt uns eine Wand um vier Fragen an aber meistens so das die hauseigentümer oder Initiativen auf uns zukommen.

00:10:49: dann geht es um eine Idee oder es geht um Zweck und es geht über eine Möglichkeit.

00:10:53: Und das besprechen wir mit den Menschen, und dann suchen wir nach Möglichkeiten so etwas umsetzen zu können.

00:10:59: Wenn jetzt Gäste die Stadt wieder verlassen also von Kassel wieder nach Hause fahren was sollen sie über diese Stadt verstanden haben wenn's um Kunst geht?

00:11:08: Ich glaube es wäre schön wenn die Menschen sehen dass Kasseln interkultureller Ort ist in dem Vielfalt gelebt wird in dem sich Zeit genommen wird Kunst- und Kultur zu veranstalten Und wenn wir das zeigen können durch viele große und kleine Kunstwerke, dann ist was Schönes hängen geblieben glaube ich.

00:11:28: Und wo entdeckt man eure Kunstwerker?

00:11:30: Also wenn man jetzt uns tut, glaube ich hat man Lust zu sehen, wo ihr wirkt und wie es aussieht damit man nicht dran vorbeiläuft.

00:11:37: Also zentral sind wir natürlich hier im Schillerviertel aber wir sind im ganzen Stadtraum unterwegs an der Innenstadt und in allen Stadtteilen sind auch im ländlichen Raum, wir arbeiten international.

00:11:47: Also für uns gibt es jetzt nichts... Wir bearbeiten nicht in eine Galerie rein oder so was sondern wir möchten überall ansetzen wo wir können.

00:11:57: Gibt's einen Lieblingsspot von dir den ihr bespielt habt?

00:12:00: Den ihr bemalt habt?

00:12:01: Wo du sagst also da kann ich immer wieder hin und entdecke irgendwas Neues?

00:12:05: Vielleicht die Arbeit von Liken aus Vigo der jetzt in Mexiko lebt.

00:12:11: das ist einer der wenigen oder einzigen Arbeiten, wo ich einen Künstler selbst aktiv eingeladen habe.

00:12:19: Die Arbeit strahlt bis heute und zeigt eigentlich so diesen kulturellen Akt den wir hier verfolgen.

00:12:26: Das ist eine inhaltlich sehr starke Arbeit.

00:12:30: Also was sieht man da?

00:12:31: Das heißt The Cubes und das ist eine schwarz-weiße Arbeit.

00:12:34: Es ist ein kritisches Bild, surreal und qualitativ sehr hochwertig.

00:12:41: Die Idee dabei ist einfach, dass das ein Künstler ist der eine große Credibility hat und sich die Projekte aussucht.

00:12:50: Mit dem haben wir dieses Projekt auf kulturelles Level gehoben gleich am Anfang.

00:12:54: Das uns sehr hilft heute auch mit den richtigen Künstlern zusammenzuarbeiten.

00:13:00: Es hast ja schon Stichwort gegeben – die Arbeit mit internationalen Künstlerininnen und Künstlen!

00:13:05: Wie kommt ihr denn immer so zustande?

00:13:09: Nach Möglichkeiten arbeiten, das heißt wenn jemand von uns eine Blume gemalt bekommen möchte.

00:13:14: dann gucken wir welche Künstlerin welcher Künstlerin auf der Welt mal den die schönsten Blumen und dann versuchen wir mit denen zu arbeiten.

00:13:22: Mit denen in Kontakt zu geraten.

00:13:24: wichtig ist halt irgendwie dass sich auf der einen Seite die Auftraggeber mit dem Bild identifizieren können und auch die Künstler andersrum das erarbeiten können, was sie gerne möchten.

00:13:35: Und so machen wir eigentlich so ein Perfect Match aus der Sache und machen aus einer Auftragsarbeit einen Kunstwerk.

00:13:42: Gibt es hier Städte wo du explizit hinreist?

00:13:44: Weil du weißt da ist Street Art ganz besonders im Fokus und da kannst du etwas entdecken und kannst da irgendwelche Künstlern vielleicht nochmal finden für euch?

00:13:52: Ich lade viel ein.

00:13:54: ich war früher viel unterwegs war in New York zürich habe in Berlin gelebt ganz viel in Hamburg.

00:13:59: aber Wir haben uns hier so als zentrale Mitte in Kassel gut situiert.

00:14:03: und ja, wir reisen nach Möglichkeiten.

00:14:06: Und vor allen Dingen wenn wir eingeladen werden

00:14:09: Aber irgendwie musst du die Künstler entdecken oder woher kennt man sich?

00:14:14: Also wir haben ein riesiges Netzwerk einfach und können einfach global mit jedem zusammenarbeiten, wo wir möchten.

00:14:21: Was hat denn diese Arbeit mit diesen internationalen Künstlern-Künstlerinnen mit dir als Mensch vielleicht auch gemacht?

00:14:28: Ich glaube das Kunstkultur in vielen anderen Ländern viel mehr mit der Gesellschaft an sich verschmolzen ist.

00:14:38: Deutschland ist da sehr statisch und produktiv, das heißt so von Südamerika, Spanien, Frankreich, Polen – das sind Länder wo Kunst- und Kultur noch einen anderen Stellenwert hat.

00:14:51: Und für uns im Kassel ist es wichtig halt auch solche Künstler einzuladen und diese Leichtigkeit nach Kasseln zu bringen.

00:14:59: Gibt es denn jemanden, der dich aktuell inspiriert?

00:15:02: oder vielleicht jemandem, den man hier jetzt kaum kennt, der bei euch in der Szene aber echt ein großer Name ist und wo du sagst hey das müsst ihr euch mal anschauen?

00:15:10: Ich denke einfach dass für mich tatsächlich Möglichkeitenräume die größten Inspiration bergen.

00:15:17: Ich glaube, dass ein sehr starker Partner Raphael Gerlach aus München mit dem er sich viel bespricht.

00:15:24: ich glaube aber auch, dass die größte Inspiration eigentlich eine leere Leinwand

00:15:31: Schön.

00:15:32: Gibt es denn eine Begegnung während dieser ganzen Zeit, die dir bis heute im Kopf geblieben ist?

00:15:39: Begegnungen habe ich ganz viele und auch ganz unterschiedliche.

00:15:44: Und ich denke dass die Begehnung gar nicht das ist was so bleibt sondern es sind die Verabschiedungen bei denen man dann erst merkt wie viel das eigentlich wert war.

00:15:54: beim Tchau sagen merkt man ob man einen das betroffen hat oder

00:15:59: Ist.

00:15:59: ein guter Punkt, habe ich mir noch nie überlegt.

00:16:00: Aber gilt eigentlich für alle Beziehungen oder?

00:16:03: Ja das ist so!

00:16:05: Als ich jetzt hier reingekommen bin, hab' ich mir gedacht okay also das finde ich toll.

00:16:09: ne links die Farbe finde auch großartig.

00:16:11: ah des oben an der Wand finde ich auch besonders.

00:16:13: Also ich könnte ja Stunden aber sowas verbringen.

00:16:15: Wann bist du denn das letzte mal sprachlos von dem Kunstwerk gestanden vor euch?

00:16:20: Ich glaube je besser die Setzung ist und je besser das Kunstwerk platziert und umgesetzt ist Umso mehr entwickelt sich eigentlich so eine universelle Sprache, wo die eigentliche menschliche Sprache überhaupt nicht mehr relevant ist.

00:16:37: Also je sprachloser man von einem Kunstwerk steht umso besser es ist.

00:16:42: und dementsprechend wollen wir ja im Endeffekt auch dass die Leute über Kunst kommunizieren.

00:16:48: Ja das ist so was ich so sehe.

00:16:51: Das heißt du empfiehst schon wenn man Kassel besucht, dass man die Augen aufmacht Was für eine Sprache hier vielleicht noch gesprochen wird durch die Kunst?

00:16:59: Ja, ich glaube tatsächlich dass Kunst neue Sprachen und eine ganz andere Kommunikation hervorruft als das wenn man ganz normal miteinander ins Gespräch geht.

00:17:10: Und dass man dann auch sich das alleine angucken kann oder mit Menschen angucken können.

00:17:14: aber den Moment dem man hat, wo man wirklich von einem Kunstwerk steht, den sollte man vielleicht einfach ohne Worte auf sich wirken lassen.

00:17:21: Hat es dein zwanzigjähriges Ich auch schon so verstanden?

00:17:24: Tatsächlich ja.

00:17:26: Ich glaube, dass ich damals schon intuitiv das Richtige gespürt habe... ...dass ich heute so rückblickend sagen kann.

00:17:33: Kultur braucht man gar nicht lernen Das hat jeder eigentlich in der Wiege.

00:17:39: Gab es dann trotzdem mal auch bei dir den Punkt wo du gedacht hast ne es krieg ich nicht hin ich geh'n anderen Weg ich mach irgendwas komplett anderes weil die Hürden zu groß waren auf einmal?

00:17:50: Ne tatsächlich nie Bin gar nichts mehr ging und alles war doof.

00:17:55: Dann habe ich immer gewusst, wenn ich wieder anfange zu malen und mich darauf zurückbesinne.

00:18:02: Und selbst in den Prozess gehe dann würde nicht sofort irgendwas passieren.

00:18:06: aber vielleicht ein Jahr später wird jemand auf mich zukommen und sagen hey du das habe ich gesehen hier das hab ich gesehen da und dann fängt man einfach wieder an sich selber zu arbeiten.

00:18:17: Das ist immer der richtige Weg.

00:18:19: Gab es einen Kunstwerk, dass dich beeinflusst hat?

00:18:22: Also ich weiß nicht ob so was überhaupt möglich ist dass es einen Moment gaben Wendepunktrichtig, der da erzeugt wurde.

00:18:28: Das waren tatsächlich die ersten Graffitis, die ich gesehen habe wo ich gemerkt habe das man mit Kunst im öffentlichen Raum aka Graffiti den Raum mit entwickeln kann und das ist gar nicht um ein einzelnes Kunstwerk geht sondern viel eher eine Kommunikation unter Kunstwerken.

00:18:48: Wenn

00:18:49: du Kassel jetzt in einem einzigen Satz auf ne riesige Hauswand schreiben dürftest.

00:18:54: Welcher Satz wäre das Fehler, der die Stadt auch

00:18:57: beschreibt?

00:18:58: Ich habe einen ganz anderen Satz.

00:19:01: Also ich weiß gar nicht was Kassel jetzt an sich beschreiben könnte.

00:19:05: Ich hätte ein Satz hier nicht gerne irgendwo hinschreiben wollte wer Kinder an die macht weil ich glaube einfach dass wir alle mal so ein bisschen Pause machen müssten und raus aus dieser schnell lebigen verbrauchenden Art und Weise zurück zur Kultur zu kommen und sich über die kleinsten Gedanken zu machen.

00:19:25: Ja, wird allen mal raten macht mal Pause und schaut auf die Kultur.

00:19:30: Fast der perfekte Schlusssatz noch ist er es nicht denn ich würde dich gerne noch fragen wenn wir uns jetzt in zehn Jahren wieder treffen und sagen wir reden wieder über Color Cubes und über Kunst im Kassel was würdest du mir dann gerne erzählen können?

00:19:47: Ich glaube wenn sich Kunst und Kultur auf eine Art und Weise verselbstständigt Wenn wir ne Stadt gestaltet haben eine positive Kommunikation in der Gesellschaft ausgelöst hat und dementsprechend so ein Stück weit friedenstiftend, nachhaltig wirken konnten.

00:20:06: Und sich das vielleicht auch einfach verstetigt?

00:20:08: Ich glaube dann hätten wir einen ganz schönen großen Satz gemacht!

00:20:14: Kassel

00:20:24: hatte einen Alleinstellungsmerkmal durch die Dokumenter.

00:20:27: Wir sind hier in einem Spannungsfeld, also wir persönlich zwischen Subkultur wenn man das so nennen möchte und Weltkunst.

00:20:36: Und ich glaube dass es im Moment das Graffiti sich zu einer Kunstform verwandelt und dass das vor allen Dingen auch hier in Kassl gedacht werden kann und ein Ort werden wird wo wir das behandeln auch in Erscheinung bringen können.

00:20:56: Wenn du eine Spraydose in die Hand nimmst und sie schüttelst, man kennt das ja ne?

00:21:00: Den Deckel abmachst.

00:21:01: Beginnt dann ab dem Moment wo du diese Bewegungen machst bei dir was anderes.

00:21:06: also hast ein anderes Gefühl auf einmal?

00:21:08: Es gibt wenig so tolle Gefühle wie eine Spraydose anzuhalten muss ich sagen weil es ist einfach der Garant für Spaß und für Farben und für Deckkraft und dementsprechend.

00:21:20: also ist es auch einfach so also wir hatten's Eigentlich noch nie, dass jemand der eine Sprühdose in die Hand genommen hat.

00:21:26: Da nicht Bock hatte das nochmal zu machen.

00:21:29: Sei es das kleine Kind kommt dir richtig aus dir dann raus oder?

00:21:32: Ja erwachsen werden sollte man als kreativer Mensch am besten gar nicht!

00:21:37: Sehr gut also.

00:21:38: ich finde das wäre jetzt der perfekte Schluss.

00:21:42: Vielen Dank Bastian Cenk von Color Cubes für deine Leidenschaft und die Vision Kunst dorthin zu bringen wo sie ja alle erleben können.

00:21:50: Vielen dank auch.

00:21:52: Kunst verändert nicht nur Wände, sie verändert Perspektiven und vielleicht gehen ja auch Sie nach dieser Folge mit einem etwas aufmerksameren Blick durch Kassel.

00:22:01: Denn oft braucht es nur einen Moment des Inhaltens um aus einer Fasade ein Kunstwerk aus einer Straße eine Galerie und aus einem gewöhnlichen Ort einen Platz voller Begegnungen werden zu lassen.

00:22:14: Wenn Sie Kassel selbst entdecken möchten, lohnt sich ein Spaziergang durch das Schillerviertel ganz besonders.

00:22:19: Hier ist nämlich in den vergangenen Jahren mit der Public Art Gallery eine außergewöhnliche Open Air Gallery entstanden.

00:22:26: Rund dreißig großformatige Wandkunstwerke internationaler Künstlerinnen und Künstlern machen den Stadtteil zu einem der spannendsten Kunstorte unter freiem Himmel.

00:22:37: Und wer die Geschichte hinter den Kunstwerken noch intensiver erleben möchte, findet über die kostenfreien Audio-Guides von easy.travel spannende Hintergründe, Interviews und Tourenvorschläge – so wird der Spaziergang durch Kassels Public Art Gallery zu einem ganz besonderen Hörerlebnis!

00:22:55: Ich freue mich wenn Sie auch bei der nächsten Folge von Kassel Kunstklang wieder mit dabei sind.

00:23:00: Und bis dahin bleiben sie neugierig und schauen Sie ruhig öfter einmal nach oben.

00:23:09: Audio-Reise, die die schönsten Kulturspots der Stadt Kassel erklingen lässt.

00:23:15: Jeden Monat erzählen wir die Geschichten hinter den Kulturstätten unserer

00:23:19: Stadt und jetzt öffnen wir die Türen zu einem neuen Kapitel der Kunst in Kassl!

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